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Opa Karl

Ein Morgen mit Opa Karl !

Unser Tag fängt normalerweise morgens um 6.00 Uhr an, mein Mann geht um 7.00 Uhr zur Arbeit, unser Sohn um 7.30 Uhr zur Schule. So hat jeder von uns genügend Zeit, um im Badezimmer die Morgenwäsche ohne Hast zu erledigen.
Opa Karl steht gewöhnlich gegen 7.00 Uhr auf. Für ihn ist dann das Badezimmer frei. Heute aber war, wie schon in den letzten Tagen, alles anders. Unser Opa steht bereits um 5.00 Uhr auf und weckt uns alle durch sein Rumoren in der Wohnung. Wir brauchen aber unsren Schlaf bis 6.00 Uhr. Opa Karl braucht seinen Schlaf eigentlich auch. Wahrscheinlich hat er in den letzten Tagen zu oft tagsüber ein Nickerchen gemacht.

Das wird ab heute anders. Ich werde darauf achten, dass ich immer, wenn Opa Karl schlafen will, eine Aufgabe parat habe. Bei uns gibt es in Haus und Garten genug zu tun, bei dem sich Opa Karl nützlich machen kann. Vielleicht macht es ihm sogar Spaß! Kurz nach 7.00 Uhr kommt Opa Karl aus dem Badezimmer. Er ist unrasiert.

Sein Rasierapparat funktioniert nicht, sagt er. Obendrein rauscht im Badezimmer auch noch das Wasser. Ich kann mir schon denken, was passiert ist. Ich laufe schnell ins Badezimmer und schaue mir die Bescherung an: Die Dusche rauscht, der Fußboden ist mit Wasser bedeckt und Opa Karls neuer Rasierapparat liegt auf dem Stuhl.

Ich nehme mir vor, beim Einkaufen heute Plastikfolie und einen wasserfesten Stift zu besorgen. Dann erhält Opa Karl einen Spickzettel an den Spiegel. Es war vielleicht doch keine so gute Idee, Opa Karl zum Geburtstag einen neuen Rasierapparat zu schenken. Auch nicht, wenn wir gedacht haben, dass ein Akku-Rasierer ihm alles erleichtern würde. An seinen alten Apparat war er gewöhnt und wusste sozusagen im Schlaf, wie der funktionierte. Dieses neue „technische Wunderwerk“ hat ihn wohl vor erheblich Probleme gestellt. Gut, das wir den alten Apparat noch haben.

Nachdem Opa Karl sich angezogen hat, kommt er zum Frühstück. Er hat eine kurze Hose an (dabei ist es doch Herbst und kalt) und einen dicken Pullover. Mir fällt siedend heiß ein, dass ich gestern Abend vergessen habe, ihm frische Unterwäsche und die richtige Kleidung herauszulegen. Kein Wunder also, dass er sich einfach die Kleidung aus dem Schrank genommen hat, die ihm zuerst ins Auge fiel. Es ist jetzt schon 8 Uhr. Er sitzt am Frühstückstisch und stippt sein Brötchen in die Marmelade. Opa Karl hat wahrscheinlich das Messer zum Aufschneiden nicht gesehen. Ich leiste ihm ein bisschen Gesellschaft. Obwohl ich eigentlich schon gefrühstückt habe, schneide ich betont langsam ein Brötchen auf, und bestreiche die beiden Hälften mit Butter und Marmelade. Opa Karl versteht. Er nimmt sein Messer und macht es mir nach.

 

 

 

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